02.02.2026 Frauen und Radsport / Frauenradsport (7. Folge)
Frauen-Rennen Kriterium Riehen
Kommentar / Web: Kurt Kaiser
Kommentar / Web: Kurt Kaiser
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Als langjähriger Organisator des Rundstreckenrennens (Kriterium) in Riehen, war es ein Anliegen, auch den Damen eine Startmöglichkeit zu bieten und dies für beide Kategorien, Frauen FE (Frauen Elite) resp. Frauen FB (Nachwuchs).
Die Frauen der Kategorie FB mussten mit kleineren Übersetzungen am Start stehen. Sie waren dementsprechend von Beginn an benachteiligt, nicht nur altersmässig und nahezu chancenlos gegenüber der Kategorie FE. Obwohl sie die gleiche Distanz zu fahren hatten, war das Preisschema, vom Verband festgelegt, beträchtlich weniger. Das war für mich unverständlich und entsprechend erhöhte ich das Preisschema für die Kategorie FB. Niemand hat reklamiert… Ein weiteres Anliegen war, dass auch die Fahrerinnen der Kat. FB eine Möglichkeit erhielten, bei den Prämiensprints, aus dem Geldtopf, etwas abzubekommen. So wurde bei jedem Prämien-Sprint auch die erste FB-Fahrerin gewertet und erhielt einen Barpreis zugesprochen. Fahrerinnen, welche am Riehener Kriterium teilnahmen, sind jeweils sehr gerne auch im darauffolgenden Jahr an den Start gekommen. Immer wieder wurden anerkennende Worte seitens der Fahrerinnen, ausgesprochen. Trotz allem hatte man dennoch Mühe, ein ansprechendes Teilnehmerfeld an den Start zu bekommen. Insbesondere war die Anzahl von gemeldeten Nachwuchsfahrerinnen jeweils ein Thema. Es fehlte an Nachwuchs. Um ein möglichst zahlreiches Fahrerfeld (Männer wie Frauen) an den Start zu bekommen, besuchte ich jeweils andere Rennen, um die Sportler:innen aufzufordern, sich für das Rennen in Riehen, anzumelden. Die beschränkte Anzahl von gemeldeten Fahrerinnen brachte mich auf die Idee, bei der UCI, Centre mondiale du cyclisme, Aigle, nachzufragen, für die Entsendung von Fahrerinnen, welche im Trainingszentrum zur Ausbildung weilten. Als Lockvogel wurde auf die Bezahlung eines Startgeldes verzichtet. Die Anfrage war erfolgreich und so stand, während einigen Jahren, jeweils ein illustres Fahrerfeld, aus verschiedenen Nationen, bei den Frauen, am Start. Der einzige Makel, die Nominierung der Fahrerinnen wurde leider immer nur 2-3 Tage vor dem Rennen gemeldet. Dies verhinderte, dass das ‚internationale‘ Rennen, auch medial vermarktet werden konnte. In einem Jahr, waren 11 Nationen am Start! Viele der ehemaligen Teilnehmerinnen am Kriterium in Riehen, erinnern sich noch heute gerne an diesen Anlass und entsprechend werde ich, nocch heute, immer wieder auf das Rennen angesprochen. Kenner des Radsportes äusserten sich, dass sie kein Rennen kennen, mit so vielen Wertungs- und Prämiensprints. Schade, wird das Rennen, aus Mangel an Bereitschaft aus der Mitte des Vereines, seit Jahren nicht mehr durchgeführt. Vive le vélo! |
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28.01.2026 Frauen und Radsport / Frauenradsport (6. Folge)
Frauenradsport in der Nordwestecke der Schweiz der letzten Jahre
Frauenradsport in der Nordwestecke der Schweiz der letzten Jahre
Bericht / Web: Kurt Kaiser
Der Frauenradsport in der Nordwestschweiz wurde in den letzten 2 Jahrzehnten insbesondere von 2 Fahrerinnen geprägt. Diana Rast und Marcia Eicher.
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Diana Rast, geb. 28.08.19701
1996 belegte Diana Rast Platz zwei beim Giro della Toscana Femminile und wurde Schweizer Vize-Meisterin auf der Strasse. Im selben Jahr startete sie bei den Olympischen Spielen in Atlanta und wurde im Einzelzeitfahren und im Strassenrennen jeweils 15. 1997 gewann Rast die Berner Rundfahrt und wurde Dritte in der Gesamtwertung der Emakumeen Bira. Im 2000 wurde sie Schweizer Meisterin im Strassenrennen und gewann den GP Winterthur.(Quelle Wikipedia). Nach ihrem Rücktritt vom aktiven Radsport im Jahre 2005 war Diana Rast bis 2012 als Trainerin am Regionalen Radsportzentrum Nordwest tätig. Heute führt sie in Vordemwald ein eigenes Fahrradgeschäft. (Quelle Wikipedia) Sie fuhr u.a. für den VC Gundeli und den RRC Nordwest Reigoldswil. Auf einer Trainingsfahrt im Leimental, in der kalten Jahreszeit, bin ich auf eine junge Velorennfahrerin aufmerksam geworden. Sie fuhr eine kleine Übersetzung, mit viel Souplesse. Das überraschte mich. Ich suchte das Gespräch, denn es war mir sofort klar, dass diese junge Frau für Rennen trainiert. Ich suchte das Gespräch. Ja, sie fahre Rennen, hat sie mir bestätigt. Sie heisse Diana Rast und ist Mitglied des VC Gundeli. Da war natürlich genug Gesprächsstoff für die nächsten Kilometer gegeben. Ob ich diesen und jenen kenne. Plüss, Müller, Kissling etc.? Ja, natürlich. |
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Marcia Eicher, geb. 30.04.1970 in Allschwil.
Ihre Radsportkarriere startete sie relativ spät und hatte eine sehr erfolgreiche Karriere in den 90er bis in die Jahre 2000. Während ihrer aktiven Zeit bestritt sie Rennen auf nationaler und internationaler Plattform als Profiradsportlerin und errang viele Podestplätze. Ihr Palmarès ist sehr lang und wurde auch nach dem ersten Karrierenende noch um Vieles verlängert. Nach Aufgabe der Rennkarriere im Jahre 2002 blieb sie dem Radsport weiterhin treu. Mit ihren beiden Söhnen betrieb sie weiterhin ein regelmässiges Training, was darin resultierte, dass sie nochmals, in der Kategorie Master, eine Lizenz löste. Auf Anhieb hatte sie weitere schöne Erfolge und Podiumsplätze an Schweizer Meisterschaften. In der Frauen-Mannschaft von BIGLA war sie eindeutige Leaderin und führte die jungen Fahrerinnen zu vielen Erfolgen. Ihre eigenen Ambitionen stellte sie hinten an. Dem Schreibenden, während einigen Jahren Organisator des Kriteriums in Riehen, war es ein Anliegen, auch den Damen eine Renngelegenheit zu bieten. Entsprechend wurden die Frauenrennen verfolgt. Es war eklatant zu sehen, wie Marcia Eicher die Damenrennen dominierte. Mit ihren Tempositzungen, insbesondere vor Wertungen, ebnete sie den Weg für ihre Bigla-Teamkolleginnen zum Gewinn von Wertungen und Rennen. In einem Gespräch sagte ich ihr ‚wenn du diese Kräfte für dich sparen würdest, fährst du den Damen spielend davon‘. Eine bessere und grosszügigere Teamplayerin ist mir nicht bekannt. In ihren weiteren Aktivitäten im Radsport gründete sie eine Frauen-Rennmannschaft und amtete als sportliche Leiterin. Selbstverständlich hat sie mit dem Team trainiert. Anlässlich einer Sitzung des Sportamtes Baselland, an welcher Alarm geschlagen wurde, dass weitere Subventionen ausbleiben werden, da keine Fahrer*Innen mehr als Talente gemeldet sind. Spontan erklärte sich Marcia Eicher, VC Allschwil, Strassen-Trainings für junge Fahrer*innen zu organisieren. Mit dem Projekt Cycling Academy Nordwest leistet sie seit einigen Jahren einen enormen Beitrag im Sinne der Jugendförderung im Radsport. Ihre Tätigkeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Chapeau!!! |
Fortsetzung folgt.
25.01.2026 - Frauen und Radsport / Frauenradsport
Frauen-Strassenrennsport heute - (5.Folge)
Bericht / Web: Kurt Kaiser
Die Fortschritte, welcher der Frauenradsport in den letzten Jahren durchmachte sind eklatant. Der Mannschaftsgedanke und die Mannschaftsstrukturen prägen auch im heutigen Frauenradsport die Taktik und das Renngeschehen. Wenn gleich das Leistungsgefälle bei den Fahrerinnen weiterhin gross ist. Die dominante Präsenz des Teams SD Worx-Protime hat mit dem Abgang der beiden Top-Fahrerinnen Marlen Reusser (Movistar) und Denim Vollering (FdJ), nicht mehr ausgeprägt und war im Jahr 2025 weniger stark. Insgesamt hat jedoch der Frauenradsport viel gewonnen, da mehr Mannschaften starke Fahrerinnen in ihren Reihen haben. Die Rückkehr zum Strassenradrennsport von Pauline Ferrand-Prévot und Anna van der Breggen haben dem Frauenradsport weitere starke Impulse gegeben.
Die Spitzenfahrerinnen verschiedenster Nationen prägen das internationale Renngeschehen. Erfreulich, dass sich auch einige Schweizerinnen in dieser Topkategorie finden.
Frauen-Strassenrennsport heute - (5.Folge)
Bericht / Web: Kurt Kaiser
Die Fortschritte, welcher der Frauenradsport in den letzten Jahren durchmachte sind eklatant. Der Mannschaftsgedanke und die Mannschaftsstrukturen prägen auch im heutigen Frauenradsport die Taktik und das Renngeschehen. Wenn gleich das Leistungsgefälle bei den Fahrerinnen weiterhin gross ist. Die dominante Präsenz des Teams SD Worx-Protime hat mit dem Abgang der beiden Top-Fahrerinnen Marlen Reusser (Movistar) und Denim Vollering (FdJ), nicht mehr ausgeprägt und war im Jahr 2025 weniger stark. Insgesamt hat jedoch der Frauenradsport viel gewonnen, da mehr Mannschaften starke Fahrerinnen in ihren Reihen haben. Die Rückkehr zum Strassenradrennsport von Pauline Ferrand-Prévot und Anna van der Breggen haben dem Frauenradsport weitere starke Impulse gegeben.
Die Spitzenfahrerinnen verschiedenster Nationen prägen das internationale Renngeschehen. Erfreulich, dass sich auch einige Schweizerinnen in dieser Topkategorie finden.
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Marlene Reusser, 06.09.1991 in Niederhelfenschwil, begeistert mit ihrem Fahrstil und Fahrweise. Eine Stilistin sondergleichen. Eine der wenigen Fahrerinnen, welche über längere Distanz das Tempo hoch halten kann. Sie darf man nicht aus dem Feld wegfahren lassen. Reusser begann mit dem Radsport erst während ihres Medizinstudiums und fuhr zunächst in gemischten Triathlon-Relays mit. Ihr Palmarès ist bemerkenswert, geschmückt mit Titeln insbesondere im Zeitfahren (EM, WM, Olympiade, Schweizermeisterschaft).
Marcel Reusser's Programm für 2026: Die Weltmeisterin im Einzelzeitfahren, Marlen Reusser, startet ihre Saison 2026 am 24. Januar an der Trofeo Marratxi-Felanitx auf der Radsportinsel Mallorca. Anschliessend fährt sie ab 5. Fabruar die UAE Tour der Emiraten. Am 7. März wird Marlen Reusser die Strade Bianche bestreiten gefolgt von der FlandernRundfahrt am 5. April und der Flèche Wallonne Féminine. Lüttich-Bastogne-Lüttich ist 4 Tage später auf dem Programm und am 3. Mai 2026 wird die Vuelta Espana Femenina unter die Räder genommen. Ein besonderes Augenmerk hat Marlen Reusser auf die Tour de France Femmes vom 1. - 9. August 2026 gelegt. Der Start erfolgt in Lausanne und 2 weitere Etappen werden in der Schweiz durchgeführt. Dies sind ihre Schwerpunkte für die Saison 2026 bis zur Tour de France Femmes. Vive le Vélo ! Marcel Segessemann |
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Noemi Rüegg, geb. 19.04.2001 in Schöfflisdorf. Eine talentierte junge Rennfahrerin. Gewann 2024 die Schweizer Strassenmeisterschaft. Gewinn 2025 die Tour Down Under'. Teilnehmerin an den Olymp. Sielen in Paris. WM-Teilnehmerin Strasse 2024/2025. Vor ihr dürften sich einige der Sprinterinnen in acht nehmen müssen.
2026: Saison Eröffnung Australien - Erneuter Sieg in Santos Women Tour Down Under |
Weitere Schweizerinnen scheinen auf dem Sprung zur Spitzenfahrerin zu sein, wie: Petra Stiasny, Jasmin Liechti, Steffi Häberlin, Ginia Caluori. Aline Seitz (Bahn), etc.
Bezüglich Durchschlagskraft und taktischer Hinsicht sind ebenfalls grosse Fortschritte zu notieren.
Wir können uns sicher auf eine interessante Saison 2026 im Frauenradsport freuen. Der Frauenradsport hat viel an Interesse gewonnen, werden doch immer wieder sehr interessante Rennen geboten.
An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Marcel + Monique Segessemann für die Unterstützung zur Erstellung dieses Berichtes.
Vive le vélo!
Fortsetzung folgt
xx.xx.2026 - Frauen und Radsport / Frauenradsport - (4. Folge)
Bericht: Kurt Kaiser Web: KK
Frauenradsport 1980-2010
1982 wurde die erste Schweizer Meisterschaft für Frauen, am 21. August, in Olten, ausgetragen. Die Strecke führte über eine Distanz von 60km. Ein Meilenstein für den nationalen Frauensport. Als 1.Schweizermeisterin liess sich Stefania Carmine (VC Lugano) erküren, 2. Jolanda Kalt (VC Leibstadt, 3. Evelyne Müller. Die Rennen in der Schweiz konnten die Frauen meist nicht in einer eigenen Kategorie bestreiten, sondern mussten diese zusammen mit der Kat. Junioren bestreiten.
Bis weit in die 1980er Jahre fehlte die offizielle Unterstützung. Rennen und Strukturen waren spärlich und Frauen mussten oft im Ausland, insbesondere Frankreich oder Belgien, starten.
Fahrerinnen welche den Schweizer Radsport, im In- wie auch Ausland, prägten waren u.a.:
1982 wurde die erste Schweizer Meisterschaft für Frauen, am 21. August, in Olten, ausgetragen. Die Strecke führte über eine Distanz von 60km. Ein Meilenstein für den nationalen Frauensport. Als 1.Schweizermeisterin liess sich Stefania Carmine (VC Lugano) erküren, 2. Jolanda Kalt (VC Leibstadt, 3. Evelyne Müller. Die Rennen in der Schweiz konnten die Frauen meist nicht in einer eigenen Kategorie bestreiten, sondern mussten diese zusammen mit der Kat. Junioren bestreiten.
Bis weit in die 1980er Jahre fehlte die offizielle Unterstützung. Rennen und Strukturen waren spärlich und Frauen mussten oft im Ausland, insbesondere Frankreich oder Belgien, starten.
Fahrerinnen welche den Schweizer Radsport, im In- wie auch Ausland, prägten waren u.a.:
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Edith Schönenberger, geb. 20.01.1954, galt in den 1980er Jahren als die dominierende Schweizer Radrennfahrerin, insbesondere auf der Straße. Durch ihre mehrfachen nationalen Titel prägte sie den Frauensport in der Schweiz nachhaltig. Sie gewann 5mal den Titel einer Schweizer Strassenmeisterin, 1984, 1985, 1986, 1987 und 1989. Unzählige Siege errang sie in nationalen, wie auch internationalen Strassenrennen. 1988 nahm sie an den Olympischen Spielen in Seoul teil und belegte den 18. Rang.
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Barbara ‚Baba‘ Ganz, geb. 28.07.1964, in Schlatt – sie nahm ebenfalls an den Olympischen Spielen 1988 in Seoul teil und beendete das Strassenrennen auf dem 40.Rang. 1993 kürte sie ihre Strassenkarriere mit dem Schweizermeister Titel auf der Strasse. Nebst vielen ausgezeichneten Resultaten in nationalen wie auch internationalen Strassenrennen war sie vor allem auf der Bahn sehr erfolgreich. 1986-1993 achtfache Schweizermeisterin Bahn Omnium.und gewann 7 Medaillen bei UCI-Weltmeisterschaften in Disziplinen wie Einzelverfolgung und Punktefahren.
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Barbara Heeb, geb. 13.02.1969 in Altstetten.
Heeb war in den Disziplinen Strasse und Zeitfahren aktiv und fuhr international für die Schweiz. Sie wurde 1996 Weltmeisterin auf der Strasse, nahm an 3 Olympiaden (1992, 1996, 2004) teil, mehrfache Schweizermeisterin auf der Strasse sowie Einzelzeitfahren. Über 50 Siege an nationalen und internationalen Rennen. |
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Evelyne Müller, geb. 29.12.1962. Insbesondere in den 1980er und 1990er Jahren im Straßen- und Bahnradsport erfolgreich. Schweizer Meisterin Strasse 1983. Mit 17 Jahren erste Teilnahme an einer Strassen-WM. Es folgten mehrere WM Auftritte auf Strasse wie auch Bahn und mehrfache CH-Titelgewinnerin auf Strasse und Bahn.
Luzia Zberg, geb.18. Januar 1970 in Altdorf, Uri) ist eine ehemalige schweizerische Radrennfahrerin und eine der erfolgreichsten Schweizerinnen im Frauenradsport der frühen 1990er Jahren. frühen1990er‑Jahre. Strassenradrennen . Sie wurde viermal Schweizer Meisterin im Strassenrennen (1991, 1992, 1993, 1994). Zudem gewann sie zwei nationale Titel im Zeitfahren (1994, 1995). Bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona vertrat sie die Schweiz und belegte den 8. Platz.
Sie erzielte weitere gute Resultate in internationalen Rundfahrten wie dem Giro d’Italia Femminile, wo sie mehrfach in der Gesamtwertung vordere Plätze erreichte. Karin Thürig, geb. 04.07.1972 in Rothenturm, zweimalige Weltmeister im Einzelzeitfahren 2004 und 2005, 2 Bronzemedaillen an Olymp. Spielen,2004 Athen und 2008 Peking, Mehrfache Siege in Paarzeitfahren mit Jeannie Longo, ein weiterer grosser Name des internationalen Radsportes.
Nachdem Rücktritt vom Radsport widmete sie sich dem Triathlon und Ironman (resp. Ironwoman) mit grossem Erfolg. |
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Nicole Brändli, 18.06.1979, Sie hat den Giro d’Italia Femminile („Giro Donne“) dreimal gewonnen (2001, 2003, 2005), eine der prestigeträchtigsten Etappenrennen im Frauenradsport. Mehrfache Schweizer Meisterin auf der Strasse 3malige Olympiateilnehmerin (2000, 2004, 2008), mehrfache Medaillengewinnerin bei UCI-Weltmeisterschaften |
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Priska Doppmann, geb. 10.05.1971 in Cham, Priska Doppmann fuhr international von 1999 bis 2008 als Profi und erzielte zahlreiche Erfolge auf der Straße. 3-fache Olympiateilnehmerin, 2000, 2004 und 2008. Sie erzielte zahlreiche Spitzenplatzierungen bei renommierten Klassikern und Rundfahrten im Frauenradsport. Nach ihrem Rücktritt blieb sie dem Radsport verbunden – unter anderem als Team-Managerin und in weiteren Rollen innerhalb der Radsportbranche (etwa bei Garmin–Cervélo) gearbeitet. |
Die Erfolge der Schweizer Fahrerinnen liessen aufhorchen und fanden internationale Beachtung. Die Leistungen der Damen sind umso höher einzuschätzen, wenn man bedenkt, dass sie wenig Unterstützung in der Schweiz erhielten. So konnte ein stetiger Aufwind, insbesondere durch das Engagement einzelner Athletinnen, notiert werden. Strukturelle Hürden waren weiterhin vorhanden und die mediale Aufmerksamkeit begrenzt. Chapeau!
Sicher gab es noch weitere erfolgreiche Schweizer Fahrerinnen, wie Jolanda Kalt, Yvonne Schnorf, Stefania Carmine (Mitglied in der Mannschaft von Peter Abt), Liechti, Geschwister Krauer, etc. Es sei entschuldigt, wenn weitere Fahrerinnen keine Erwähnung gefunden haben, die auch einiges für den Radsport investiert und erfolgreich vertreten haben. Leider würde dies den Rahmen der Möglichkeiten sprengen.
Fortsetzung folgt
Sicher gab es noch weitere erfolgreiche Schweizer Fahrerinnen, wie Jolanda Kalt, Yvonne Schnorf, Stefania Carmine (Mitglied in der Mannschaft von Peter Abt), Liechti, Geschwister Krauer, etc. Es sei entschuldigt, wenn weitere Fahrerinnen keine Erwähnung gefunden haben, die auch einiges für den Radsport investiert und erfolgreich vertreten haben. Leider würde dies den Rahmen der Möglichkeiten sprengen.
Fortsetzung folgt
19.01.2026 - Frauen und Radsport / Frauenradsport - (3. Folge)
Bericht: Peter Abt / KK Web:KK
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Aus dem Nähkästchen von Peter Abt
Frauen hatten im Radsport in der Schweiz sehr lange nichts verloren, weder in einer Jury, noch in Begleitfahrzeugen und schon gar nicht in einem Radrennen, oder wie im VC Binningen, als Clubmitglied. Viele störten sich am Radrennverbot für Frauen und kämpften für Gleichberechtigung. An der WM 1966, am Nürburgring, hat eine junge Fahrerin, mit einem selbst aus Wolle gestrickten Schweizer Trikot, unsere Amateur Mannschaft besucht. Sie erklärte, dass sie nur mit einer französischen Lizenz am Rennen der Frauen teilnehmen könne…. 1986, Gründung der erste Elite-Radsportgruppe in der Schweiz, GS Fanciulli LIS. Zusammen mit Fanciulli, Radsport-Geschäft in Basel, und mit der Unterstützung der Alfa Romeo Byfang Garage, gründete ich die erste Damen-Rennradgruppe. Dies ohne offizielle Genehmigung seitens der Radsport-Obrigkeit, SRB. Ausgerechnet am Herrenabend des VC Binningen, dort waren bis dato auch keine weiblichen Personen erwünscht, konnten wir, mit der Moderation von Radio Basilisk, die erste Frauenmannschaft vorstellen. Der damalige Nationaltrainer Oscar Plattner war kein Freund des Frauenradsports und meinte zu Peter Abt: ‚I wünsch dir viel Vergniege bi däm Psycho-Verein, do kasch no einiges erläbe‘. Die Gründung der Rennsportgruppe löste ein unerwartetes Echo in der Presse aus. In der Presse wurde insbesondere das Foto einer Fahrerin abgedruckt, die später mit einem bekannten und erfolgreichen Profi-Radsportler verheiratet war. Dies missfiel einigen Fahrerinnen im Team, weil diese teils erfolgreicher Rennen bestritten. Dass die Fahrerin wegen eines Rennunfalles länger pausieren musste und dadurch Mühe hatte, dem Tempo zu folgen, wurde aussser acht gelassen. Anlässlich des Trainingslagers in Tenero wurde die betreffende Fahrerin gemobbt. Im Sportzentrum gab es Massenlager. In der Nacht wurden ihre Trainingskleider vor das Fenster gehängt, weil diese angeblich stinken. Wie weit sie sonst noch gemobbt wurde, ist mir nicht bekannt. Am nächsten Tag beschied mir die gemobbt Fahrerin, dass sie vom bekannten Profi-Sportler gleich abgeholt und den Radsport beenden werde. Ein Umstimmen war nicht mehr möglich. Die erste Saison verlief zufrieden stellend, wenngleich einige Fahrerinnen überfordert waren. Bei einem gemeinsamen Training im Elsass wollte ich den Fahrerinnen das Fahren bei Seitenwind, sprich Staffelfahren, beibringen. Bereits nach Grenzübertritt wurde eine Fahrerin abgehängt. Das geplante Training konnte nicht durchgeführt werden, da die Leistungsunterschiede viel zu gross waren. Andere Ansichten, andere Meinungen: Fahrerinnen erklärten mir, dass es ehrlicher sei, wenn Jede ohne Hilfe von Teammitgliedern, ein Rennen gewinne, ganz dem olympischen Motto ‚nicht siegen ist wichtig, sondern teilnehmen‘. Es solle Jede so fahren, wie sie wolle, ohne dass beeinflusst wird, wie sie zu trainieren habe und welche Taktik sie anwenden soll. Eigentlich braucht es dann keine Mannschaft, sondern nur das zur Verfügung stellen von Rennrad, Kleidung, Pannenhilfe, Verpflegung und Prämienzahlung. Da kommt mir Ferdi Kübler’s Aussage in den Sinn, als er mir erklärte, er habe mit 7 Schraubenzieher die Tour de France gewonnen. Er hätte diese nur am Start und beim Nachtessen gesehen. Ein Tourgewinn ohne Hilfe der Mannschaft? Im internationalen Radsport war es lange Zeit möglich als Einzelfahrerin Rennen zu gewinnen. Man stelle sich vor, ein Giro oder TdF als Einzelfahrer zu bestreiten, wie ein Amateurrennen? Im Frauenradsport war dies lange Zeit möglich, da die Leistungsunterschiede sehr gross waren. So haben z.B. Jeannie Longo(13-fache Weltmeisterin), Leontin van Morsel usw. Rundfahrten oder Eintagesrennen ohne Hilfe von Team-Mitgliedern gewonnen. Bei Rennen in der Schweiz beherrschten Edith Schönenberger, Stefi Carmine, Eveline Müller und Barbara Ganz die Szene. Inzwischen hat sich diesbezüglich viel geändert und die Teamarbeit ist in den Vordergrund gerückt. Reminiszenzen: Da Frauen-Radteam (GS Fanciulli LIS) wurde zur Niedersachsen-Rundfahrt eingeladen. In der Team-Sitzung, zur Besprechung der möglichen Taktik, hielten die Fahrerinnen demonstrativ, mit beiden Händen, die Ohren zu. Die jungen Frauen wollten unbedingt einen Tag früher zum Startort reisen, um die Streckenführung der ersten Etappe, anzusehen. Aus beruflichen Gründen war dies für mich nicht möglich. Hans Bohm stellte sich als Fahrer zur Verfügung, um mich einen Tag später zum Startort zu bringen. Die jungen Frauen reisten mit dem Bus von Fanciulli an den Startort. Am Abend, als Hans und ich am Startort angekommen sind, die Tragödie. Einige weinten, wir wollen sofort nach Hause fahren! Was war passiert? Also erst mal beruhigen! |
Giuseppe Fanciulli ist nicht mit dem Team gereist, sondern hat, in letzter Minute, einen Jungen aufgeboten, welcher kurz vorher die Fahrprüfung bestand hat. Die Mannschaft wurde ohne Geld, oder Kartenmaterial, auf die Reise geschickt. Für Benzin musste Geld von den Mädchen gesammelt werden. Bei Ankunft musste die Unterkunft gesucht werden. Die weitere Überraschung, man rechnete nicht, mit der früheren Anreise. Die Unterkunft war noch nicht frei. Zum Glück fand man dennoch eine Lösung. Dass Hans Bohm mich begleitete, passte den Girls nicht. Als Fan des Frauenradsports versprach Hans Bohm den Fahrerinnen Prämien, wenn das Etappenrennen mit gutem Einsatz bestritten wird.
Bei einem Kriterium in Allschwil, wir hatten keine gute Sprinterin im Team, empfahl ich den Fahrerinnen, anfänglich abzuwarten und erst im letzten Drittel des Rennens, nach einem Wertungssprint anzugreifen. Demonstrativ fuhren die Girls, das ganze Rennen, in den hinteren Regionen des Feldes. Wohl eine Retour-Kutsche für die Erlebnisse an der Niedersachsen-Rundfahrt. Lichtblicke: Anlässlich eines Rundstreckenrennens, in Embrach, habe ich Lisbeth Lötscher geraten, im Rennen abzuwarten und später auf meinen Zuruf ‚jetzt‘ einen Angriff zu lancieren. Für einmal wurde ein Rat befolgt. Sie hat das Rennen solo gewonnen. Sandra und Susanne Krauer, vom VMC Olympia, sind in unser Team aufgenommen worden. An der Schweizer Meisterschaft die grosse Überraschung. Sandra war mit Barbara Heeb aus dem Feld ausgerissen. Für den Sprint rechnete ich durchaus mit einer Chance für Sandra, gegen die kleinwüchsige Barbara gewinnen zu können, doch sie schien nicht an die Chance zu glauben und war eher gehemmt. Später wurden die beiden Krauer Schwestern von Rolf Just abgeworben. Die Berlinerin Tina Hofmann hat bei mir nachgefragt, ob sie in das Team aufgenommen werden könne. Es war eine gute Entscheidung, der Nachfrage zu entsprechen. Sie war unkompliziert und eine gute Sprinterin. Zwar konnte sie an den Steigungen oft der Spitze nicht folgen, doch war sie schlau genug, im Wissen, dass man sich vorne oft nicht einig ist, zusammen ins Ziel zu kommen. So konnte sie immer wieder aufschliessen und im Sprint einige Rennen gewinnen. Während 9 Jahren engagierte sich die GS Fanciulli LIS im Frauenradsport. Das Interesse am Frauenradsport, wie auch die Berichterstattung in den Medien hatte sich abgeflacht. Mit neuer Generation ist in den letzten Jahren die Aufmerksamkeit im Frauenradsport wieder stark gestiegen. Die Formierung von Profi-Teams, analog der Männer, wie auch die Präsenz im Fernsehen tragen Früchte. Die Rennen sind so spannend, wie bei den Männern. Peter Abt Fortsetzung folgt
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14.01.2026 - Frauen und Radsport / Frauenradsport - (2. Folge)
Bericht / Web: Kurt Kaiser (KK)
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Der Frauenradsport hatte es in der Schweiz sehr schwer. Bis in die 1970er Jahren war es in der Schweiz ungewöhnlich, oder nicht erlaubt, dass Frauen an Radrennen teilnehmen. Die Frauen kämpften um Teilnahme und Anerkennung. Bis in die 1980er Jahre fehlte jegliche Unterstützung. Strukturen für den Frauenradsport inexistent. Frauen mussten oft in Frankreich oder Belgien starten, wenn sie wettkampforientiert fahren wollten.
Als eine Radsport-Pionierin und enthusiastische Rennfahrerin in der Schweiz gilt Monique Segessemann. Aus der Feder von Segessemann’s der folgende Bericht: Frauenradsport 1975-1980 von Marcel und Monique Segessemann: Die Geschichte startete eigentlich banal. Edi Hans aus Murten, ein «Manager», der tolle Querserien zwischen Weihnachten und Neujahr organisierte, veranstaltete auch Kriterien in Murten und in der Nähe von Düdingen. So fragte ich ihn, ob er auch eine Frau ohne Lizenz an den Start eines Frauenrennen mit 2-3 Belgierinnen und vielleicht 8 Girls aus der Westschweiz starten liesse. Er sagte, ausser den Belgierinnen haben keine eine Lizenz. Es gibt keine offiz. Radrennen für Frauen. In Biel gab es Rennen rund um den Carrefour, wo «Wilde» Radrennen fuhren. Carrefour organisierte viel für den Radsport und an diesem wilden Rennen wurde sogar Alfred Fischer als Jurypräsident engagiert. Er nahm die Gage gerne entgegen und kam als Privatmann, da niemand das Rennen beim SRB angemeldet hatte. Hier fuhr auch Monique mit den Herren und schlug sich gut. An einem Kantonalen Rennen in Langnau i.E. meldete ich, nach Kontaktnahme mit dem SRB in Zürich, Monique an. Der SRB wusste nicht, was für eine Lizenz auszustellen sei und in welcher Kategorie Monique zu starten hatte. Schliesslich einigte man sich, sie am Kantonalen Kriterium, bei den Junioren, fahren zu lassen. Durch die Verpflichtung der Profi’s für die Nordwestschweizer Rundfahrt hatte ich Kontakte zu Sportl. Leitern. Diese erklärten mir, dass in Belgien jede Wochen Freitag-Sonntag viele Frauen Rennen organisiert werden. In der Tageszeitung stehe der Startort, Zeit und alle Einzelheiten. Oscar Plattner gab mir blanko Auslandstartbewilligungen und Monique erhielt eine Lizenz vom SRB, dank Plattner Osci. Auf nach Belgien an die Rennen. Oh je, da kam die Dame aus der Schweiz in den ersten beiden Rennen unter die Räder. Die Niederländerinnen räumten alles ab. Die Distanzen waren nicht über 50 km, da man damals den Frauen nichts zumutete. Die ersten Zwanzig Frauen konnten im Hinterhof einer Beiz je eine Schüssel Wasser zur Reinigung benützen. Wir hatten gute Kontakte und die junge Christine Van Kwickenborne aus Moeskron gab uns Tips und gute Ratschläge. So entschied ich mich, jedes 2. Wochenende nach Belgien zu fahren. Ein Fahrradhersteller schenkte Monique die ersten plastifizierten Rennhosen, welche Guido Reybroeck vertrieb und ein Trikot »Johny Meulebeke», so wurden auch in _Belgien die Frauenteams ausgerüstet. Velos selberkaufen, aber Trikot und Hosen erhielten die Frauen gesponsert. An den Rennen in Flandern oder Dampicourt, im Süden Belgiens, waren immer 30 - 40 Damen am Start. Interessant war auch die Arbeit der Jury. Wenn eine kleine Gruppe von 4-6 Damen vom Feld abgehängt waren, wurde der Rückstand in jeder Runde gemessen. Eine Runde war meist 3 -4 km lang. 2-3 Runden später wurden diese Damen aus dem Rennen genommen. So beendeten meist 20-23 Damen die Rennen. Es gab ohnehin nur Preise für die ersten 20 Fahrerinnen, Geld in bar. Der 20. Rang bezahlte umgerechnet von den belgischen Francs SFr. 2.20. Monique wurde auch einmal 20te... Oscar Plattner war kein Freund des Frauenradsportes, das war hinlänglich bekannt. 1970 jagte er Monique Segessemann aus dem Kabinenhof, auf der Rennbahn in Oerlikon, mit den Worten ‚Frauen haben im Radsport nichts zu suchen‘. Das waren noch Zeiten. Dank der seinerzeit geknüpften Verbindungen bestehen bis heute freundschaftliche Banden bis tief in die belgische Radsportszene. Monique frönt bis heute dem Radsport und absolviert noch regelmässig ihre Trainings auf der Radrennbahn des Tissot Velodrômes in Grenchen. Marcel der Schreiber und Monique Fortsetzung folgt |
Lizenzbegehren 1978:Kosten Radrennen Fr. 25.-,Versicherung Fr. 35.-, Total Fr. 60.-.
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11.01.2026 - Frauen und Radsport / Frauenradsport
Bericht / Web: Kurt Kaiser (KK)
Als der Frauenradsport noch in den Kinderschuhen steckte (1. Folge)
Einst herrschte allgemein die Meinung vor, dass der Radsport nicht für Frauen geeignet ist. Der Radsport wurde von den Männern regiert und dominiert. Der Radsport zu hart für Frauen?
Im VC Riehen stellten im Jahr 1938 eine Gruppe Frauen den Antrag, im Velo-Club aufgenommen zu werden. Sie wollten offensichtlich mehr Anschluss finden und nicht nur für ihre Ehepartner da zu sein, um die schmutzigen und verschweissten Wolltrikots zu waschen. Die Herren der Schöpfung frönten ihrem Hobby, begaben sich auf Ausfahrten und nahmen an Rennen teil, während die Ehegattinnen nur als Anhängsel und Fans dabei sein konnten.
Im VCR hielt sich die Begeisterung, für den Antrag zur Mitgliedschaft, in Grenzen. Allgemein war man der Ansicht, dass Frauen in einem Radsportverein nicht angebracht sind. Falls doch, nur als Passivmitglied und ohne Stimmrecht. Den Ausweg aus dem Dilemma suchte man mit dem Vorschlag zur Gründung einer Untersektion. Hierzu wurden Statuten ausgearbeitet. Die Frauensektion sollte Fr. 2.- pro Jahr und Person in die Clubkasse bezahlen. Zur Gründung der Frauensektion kam es allerdings nicht. Ob die Kriegswirren dies verhinderten? Viel Glück für die radsportlichen Mannen, denn von einer Weigerung seitens der Frauen, zum Waschen der verschmutzten Radbekleidung, findet sich keine Notiz in den Vereinsakten. Sicher ist, dass die Frauen, meist im Hintergrund, für den Verein von grosser Bedeutung waren, insbesondere dann, wenn es darum ging, bei Anlässen mitzuhelfen.
Persönlich bin ich im Jahre 1961 das erste Mal mit einer jungen Frau in einem Radsport-Club in Kontakt gekommen. Mein Auslandsjahr, zur Verbesserung meiner französischen Sprachkenntnisse, verbrachte ich in Marseille und trat dort dem ‚Pédale joyeuse‘ bei. An den Clubausfahrten fuhr regelmässig eine junge, hagere Frau mit. Sie schlug sich recht ordentlich. Ob es dann zu mal in Südfrankreich schon Damenrennen gab, entzieht sich meinen Kenntnissen.
Dass eine Frau, Alfonsina Strada, bereits im Jahre 1924 sich den Männern stellte und am Giro d’Italia teilnahm scheint schier unglaublich. Sie war eine absolute Pionierin des Frauen-Radsportes. Sie durfte am Giro teilnehmen, weil der Giro wegen finanzieller Probleme auch für unabhängige Fahrer geöffnet wurde. Trotz grosser Widerstände und Spott fuhr sie mehrere Etappen erfolgreich zu Ende und schrieb Sportgeschichte. Die Strapazen, zu jener Zeit, können wir uns nur schwerlich vorstellen.
Fortsetzung folgt
Einst herrschte allgemein die Meinung vor, dass der Radsport nicht für Frauen geeignet ist. Der Radsport wurde von den Männern regiert und dominiert. Der Radsport zu hart für Frauen?
Im VC Riehen stellten im Jahr 1938 eine Gruppe Frauen den Antrag, im Velo-Club aufgenommen zu werden. Sie wollten offensichtlich mehr Anschluss finden und nicht nur für ihre Ehepartner da zu sein, um die schmutzigen und verschweissten Wolltrikots zu waschen. Die Herren der Schöpfung frönten ihrem Hobby, begaben sich auf Ausfahrten und nahmen an Rennen teil, während die Ehegattinnen nur als Anhängsel und Fans dabei sein konnten.
Im VCR hielt sich die Begeisterung, für den Antrag zur Mitgliedschaft, in Grenzen. Allgemein war man der Ansicht, dass Frauen in einem Radsportverein nicht angebracht sind. Falls doch, nur als Passivmitglied und ohne Stimmrecht. Den Ausweg aus dem Dilemma suchte man mit dem Vorschlag zur Gründung einer Untersektion. Hierzu wurden Statuten ausgearbeitet. Die Frauensektion sollte Fr. 2.- pro Jahr und Person in die Clubkasse bezahlen. Zur Gründung der Frauensektion kam es allerdings nicht. Ob die Kriegswirren dies verhinderten? Viel Glück für die radsportlichen Mannen, denn von einer Weigerung seitens der Frauen, zum Waschen der verschmutzten Radbekleidung, findet sich keine Notiz in den Vereinsakten. Sicher ist, dass die Frauen, meist im Hintergrund, für den Verein von grosser Bedeutung waren, insbesondere dann, wenn es darum ging, bei Anlässen mitzuhelfen.
Persönlich bin ich im Jahre 1961 das erste Mal mit einer jungen Frau in einem Radsport-Club in Kontakt gekommen. Mein Auslandsjahr, zur Verbesserung meiner französischen Sprachkenntnisse, verbrachte ich in Marseille und trat dort dem ‚Pédale joyeuse‘ bei. An den Clubausfahrten fuhr regelmässig eine junge, hagere Frau mit. Sie schlug sich recht ordentlich. Ob es dann zu mal in Südfrankreich schon Damenrennen gab, entzieht sich meinen Kenntnissen.
Dass eine Frau, Alfonsina Strada, bereits im Jahre 1924 sich den Männern stellte und am Giro d’Italia teilnahm scheint schier unglaublich. Sie war eine absolute Pionierin des Frauen-Radsportes. Sie durfte am Giro teilnehmen, weil der Giro wegen finanzieller Probleme auch für unabhängige Fahrer geöffnet wurde. Trotz grosser Widerstände und Spott fuhr sie mehrere Etappen erfolgreich zu Ende und schrieb Sportgeschichte. Die Strapazen, zu jener Zeit, können wir uns nur schwerlich vorstellen.
Fortsetzung folgt